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Kosmetik für die Wiener Hauptrouten
Hallo,
wie es scheint ist die Stadt Wien bemüht einige - auch von der Argus bekannt gemachte - Mängel an Wiener Radverkehrsanlagen zu beheben:
Kreuzung Zedlitzgasse-Ring: Hier wurde vor einigen Wochen auf dem Ringradweg ein großes Vorfahrt geben Symbol in Fahrtrichtung Urania->Oper am Boden aufgemahlt.
Kreuzungen Gürtelradweg im Bereich der Volksoper:
Ein gelbes Blinklicht (Fahrrad Fußgänger) warnt die Linksabbieger (ist mir vorher nie aufgefallen, scheint recht neu zu sein).
Solche Maßnahmen sind sicher gut gemeint und zeigen, dass die Stadt bzw. Verkehrsbehörde an der Sicherheit der Radler interessiert ist (sehr erfreulich). Allein, die Ausführung ist mangelhaft. Die Vorrangverstöße an der Zedlitzgasse haben nach meiner Beobachtung seither kaum abgenommen. Hier fehlt einfach die Konsequenz: Entweder Radler sollen Vorrang geben. Dann muss der rote Teppich und der unechte Radwegstummel auf der Seite zur U-Bahn weg und ein Bordstein hin, damit auch baulich klar ist, was Sache ist. Oder man baut eine Radüberfahrt wie auf dem restlichen Ringradweg üblich. Für abbiegende Busse könnte eine Anforderungsampel errichtet werden (wäre aber teuer). Dass es hier nicht Reihenweise Unfälle gibt ist nur der Rücksicht oder Unsicherheit der Autofahrer zu verdanken.
Auch am Gürtel im Bereich Volksoper dürfte das Blinklicht wenig helfen. Die Kreuzung ist so komplex, dass kaum ein Autofahrer freie Ressourcen für das Blinklicht haben dürfte. Immerhin: Im Sommer ist ein deutlicher Radlergewöhnungseffekt zu beobachten. Die Autofahrer bleiben dann auch schon mal vor der Fahrradüberfahrt stehen. Eine einfache Lösung gibt es dort sicher nicht. Getrennte Ampelphasen würden die Standzeiten verlängern (Gefahr vermehrter Rotlichtverstöße), Aufdopplungen sind wegen des Schwerverkehrs und engen Kurvenradius nicht unproblematisch. Die zweite Linksabbiegerspur sollte allerdings zurückgebaut werden. Diese ist aufgrund der Unübersichtlichkeit und keiner separaten Abbiegelichtzeichenanlage eine Zumutung. Gibt es Daten zur Unfallhäufigkeit in diesen Bereichen?
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Die Stadt Wien zeigt wie es am Ring weitergehen soll:
http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/veranstaltungen/ausstellungen/fah...
Der Umbau am Schottentor ist offenbar nahe der Fertigstellung. An der Oper und am Kai bleiben die Baustellen wohl noch länger erhalten. Auch der Gürtelradweg nahe der Währinger Straße Richtung AKH ist noch immer eine Buckelpiste. Wie gefallen Euch die Änderungen am Ring? Aufgefallen ist mir bisher (rein subjektiver Eindruck):
Die von der Innenseite bekannten Verschwenkungen wurden auch am Außenringradweg verbaut. Konfliktzonen mit Fußgängern wurden reichlich installiert (vorallem im Bereich Oper und Rathaus). Die Ampelschaltung am Schwarzenbergplatz ist eine Zumutung. Eine sichtraubende Gewistasäule am Außenringradweg wurde mittlerweile (recht zügig) entfernt. Ob die neue Verschwenkung am Schottentor der Sicherheit dient wird sich wohl bald zeigen. Ich fürchte der Raumgewinn wird durch eine Beschleunigung des Radverkehrs kompensiert. Am (gefährlichen) Grundprinzip der Zweirichtungsradwege wird festgehalten. Nach Komplettierung des Außenringradweges wäre eine Einrichtungsführung eine denkbare Alternative. Die Konflikte mit dem Fußverkehr könnten wohl nur durch eine Fahrbahnführung der Radfahrer reduziert werden, da die U-Bahnaufgänge immer eine verwirrende Verschwenkung der Radwege mit Fußgängerkreuzung erzwingen werden.
Die ARGUS war, gemeinsam mit IGF, bei den Vorgesprächen beim neuen Ring-Radweg eingebunden und wir haben bei den Lokalaugenscheinen teilgenommen. Wir sind jedoch nur in einer beratenden Rolle und können keine Entscheidungen verhindern oder durchsetzen.
Unser Wunsch bei diesem Projekt war eine durchgängige Radverbindung in der Nebenfahrbahn, das wäre ohne eine erhebliche Stellplatzverringerung nicht möglich und das war politisch nicht durchsetzbar.
Vor den Museen haben wir intensiv für Radfahren gegen die Einbahn argumentiert. Die Touristenbusse dort scheren beim Ausparken jedoch stark aus und aus Sicherheitsgründen wurde unser Vorschlag nicht angenommen.
Bei der Bellaria ist die Situation sehr komplex mit einer schmalen Nebenfahrbahn, zwei Straßenbahnlinien und einem U-Bahn-Ausgang. Anfänglich war unsicher ob hier überhaupt eine Lösung gefunden werden kann. Dass es gelungen ist, ist den neuen Prioritäten im Verkehrsressort zu verdanken. Wir haben auf die Sicherheitsproblematik beim Autoverkehr in der Nebenfahrbahn hingewiesen, insbesonderen in Zusammenhang mit der Straßenbahn. Jetzt sollen dort keine Autos mehr durchfahren dürfen.
Vor dem Parlament war ein Radweg unmittelbar neben der Fahrbahn im Gespräch, jetzt wird die gesamte Fahrbahn für die Radfahrer benützbar sein. Das bedeutet mehr Platz und weniger Konflikte mit Fußgängern.
Die ARGUS hat eine Doppelrolle als Interessensvertretung und als beratende Stelle und wir glauben, dass wir das Optimum für die Radfahrer herausholen wenn wir hier ein Gleichgewicht finden. In der Praxis bedeutet es viel zu fordern und in den fachlichen Gremien offensiv aber kooperativ zu sein. Bei den realisierten Projekten sollen wird das Positive anzuerkennen was unter den gegebenen Rahmenbedingungen möglich war und gleichzeitig die Nachteile mit den Lösungen aufzeigen.