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Kommentar zur Samstagskrone - Krieg "Radfahrer gegen Autofahrer"


By Andrzej Felczak - Posted on 01 August 2012

Es herrscht Krieg, schreibt die Kronenzeitung am 28. Juli groß auf ihrer Titelseite. Ein Krieg der Radfahrer gegen die Autofahrer. Wer sich auf Seite 2 aber Details über die Gemetzel erwartet, welche die Radfahrer an den Autofahrern anrichten, wird bitter enttäuscht. Zwar legt ein gewissen Peter Gnam hier noch etwas nach, schreibt von Eskalation und schreit nach der Politik, das war’s dann aber auch schon. Denn was folgt, ist Schnee von vorgestern. Das Aufwärmen einer Auseinandersetzung zwischen Armin Assinger und einem Autofahrer aus dem Jahr 2010, die üblichen Klagen über die allgegenwärtigen Radrowdys und natürlich die populistische Forderung nach Nummerntafeln für Radfahrer. Für einen Aufmacher eigentlich sehr langweilig.

Hätte Herr Gnam etwas recherchiert, so wäre ihm vielleicht bewusst geworden, dass der Terminus Krieg hinsichtlich der Opferzahlen im Straßenverkehr aber dennoch nicht ganz falsch ist. Allerdings nicht mit dem Rad-, sondern dem Autoverkehr als Täter. So starben 2011 insgesamt 523 Verkehrsteilnehmer auf der Straße, über 45.000 wurden verletzt. Die Ursachen dieser an Krieg erinnernden Horrorzahlen liegen aber nicht bei den so bösen Radrowdys, sondern beim motorisierten Verkehr. Der Anteil an durch Radfahrer verletzte Fußgänger ist zudem marginal, weit über 90 Prozent aller Unfälle mit den Schwächsten im Straßenverkehr als Opfer werden durch Autos verursacht.
 
Oder manifestiert sich der Krieg so? Wien/Leopoldau 2007
 
Wer also so offensichtlich gegen Radfahrer hetzt, weiß also nicht, wovon er schreibt, oder – noch schlimmer – ihm sind die Zustände am Schlachtfeld Straße schlicht egal. Verantwortungsvoller Journalismus sieht anders aus.
 
Robert Spoula
 

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