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„Die Westbahn“ nimmt Fahrräder mit


By Evelyne Doppel - Posted on 22 März 2010

Ab 2011 soll ein frischer Wind im Fernverkehr wehen... Während die ÖBB mit ihrer konsequenten Weigerung, den Railjet für Radfahrer zu öffnen, ihre treuesten Stammkunden verärgern, setzt die private „Westbahn“ von Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner und Ex-ÖBB-Vorstand Stefan Wehinger gerade auf die radfahrende Kundschaft: Die Fahrradmitnahme wird in allen Zügen der neuen Privatbahn problemlos möglich sein.
 
Der ehemalige ÖBB-Personenverkehrs-Vorstand Stefan Wehinger und der Industrielle Haselsteiner sind je zur Hälfte Eigentümer der privaten „Westbahn“, mit der alemannischer Schwung in den österreichischen Bahnalltag gebracht werden soll. Denn neben dem Vorarlberger Wehinger – einst Chef der privaten Montafonerbahn, bevor er von 2004 bis 2008 zu den ÖBB wechselte, wird der ehemalige SBB-Chef Benedikt Weibel federführend bei der „Westbahn“ mitmischen: Er ist Aufsichtsratsvorsitzender und soll mit seiner enormen Erfahrung ein Stück des Eisenbahnmusterlands Schweiz mit in die „Westbahn“ einbringen.
Die  Fahrgäste der privaten „Westbahn“ werden es denkbar einfach haben: In den Zug steigen und die Fahrkarte beim Schaffner kaufen, fertig. Ohne Zuschlag, ohne Schikanen, ohne Warteschlange beim Schalter, ohne Ärger mit irgendeinem Automaten. Jeder Waggon hat einen eigenen Schaffner, der nicht nur die Fahrkarten verkaufen, sondern auch Erfrischungen servieren und die Wagen laufend reinigen wird. Der Personalaufwand ist trotzdem nur halb so hoch wie bei den Bundesbahnen, weil jegliches Bahnhofs- und Schalterpersonal wegfällt.
Auch Kunden mit Vorteilscard können die private „Westbahn“ ohne finanziellen Nachteil nutzen. Was die Fahrradkarten kosten werden ist noch unklar, Stammkundentarife und günstige Mehrfahrtenkarten sind jedenfalls vorgesehen. Die Fahrzeit Wien-Salzburg wird im ersten Betriebsjahr 2 Stunden 50 Minuten betragen. Ab 2012 verringert sich die Fahrzeit infolge des fortschreitenden Streckenausbaus auf 2 Stunden 30 Minuten. Als Besonderheit starten und enden die Züge auch in Zukunft in Wien Westbahnhof, während die ÖBB ja ihren gesamten Fernverkehr zum neuen Hauptbahnhof übersiedeln. Dabei berücksichtigt die private „Westbahn“, dass der Westbahnhof vom Großteil des Wiener Stadtgebietes wesentlich besser erreichbar ist als der ehemalige Süd- und künftige Hauptbahnhof – und mit der Mariahilferstraße auch das bedeutend attraktivere Einfallstor in Richtung Innenstadt bietet.
Die private „Westbahn“ wird zunächst 250 Mitarbeiter beschäftigen und bei Erfolg ihre Tätigkeit auch auf andere Strecken ausweiten. Man denke dabei nicht nur an Österreich, sondern auch an Osteuropa. Bürokratische Schikanen hat es laut Wehinger bisher für die „Westbahn“ nicht gegeben. Sowohl das Ministerium als auch die für die Trassenreservierung zuständige ÖBB-Infrastruktur seien außerordentlich korrekt und kooperativ vorgegangen.
Martin Lischka
(„Mehr Bahn“ im nächsten „Drahtesel“)

 

"Manfred Mader 20.01.2011 - 14:57

Liebe Lisi,

Fahrräder sind eine logistische Herausforderung, die gar nicht so leicht für Bahnbetreiber zu knacken ist. Fahrradabstellplätze brauchen viel Raum und die meiste Zeit werden sie kaum genutzt. Nur an dem einen schönen Sonntag wollen alle mit dem Rad hinaus ins Grüne und dann gibt es natürlich immer zu wenig Platz.
Wir haben uns bei der Planung für zwölf Fahrradabstellplätze pro Zug entschieden und hoffen, damit einen guten Kompromiss gefunden zu haben"


 
Manfred Mader ist Kommunikationsleiter von Westbahn, Beitrag gefunden im Blog der Website:
http://westbahn.at/meine-meinung/86,bitte-um-vorschlaege.html

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