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Dampfross und Drahtesel
Jahr:
2010
Ausgabe:
2 Begeben Sie sich mit dem Erlebnis-Radweg „Dampfross und Drahtesel“ auf die Bahngleise der alten Eisenbahnstrecke von Stammersdorf nach Auersthal.
Wien, zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Dampfend donnern riesige Lokomotiven über Felder und Wiesen. Ausflüge mit den Dampflokomotiven erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Eisenbahnen florieren. 1903 wird die Lokalbahnstrecke von Stammersdorf nach Auersthal eröffnet. 85 Jahre lang dampfen die Eisenbahnen nun zwischen Wien und dem Weinviertel, bevor der Zugverkehr eingestellt wird. Heute kann diese geschichtsträchtige ehemalige Lokalbahntrasse von Radfahrern erkundet werden. Das Rad hat die Bahn zwar ersetzt, aber noch lange nicht vergessen. Auch deshalb, weil sich der Radweg „Dampfross und Drahtesel“ auf die historischen Spuren der Eisenbahn macht und sich die Lokomotiven zum Thema gemacht hat.
Über Stock und Stein
Die Radtour entlang der ehemaligen Bahnlinie beginnt im Norden von Wien, beim alten ehemaligen Lokalbahnhof in Stammersdorf. Von hier ab kann man sich an den historischen Eisenbahnsignalen orientieren, die entlang der Strecke als Wegweiser dienen. Gleich zu Beginn erwartet uns ein kurzer Anstieg auf den Rendezvousberg. Dort erfahren wir, welche Pflanzen einst entlang der Bahngleise blühten und widerspenstig den über sie hinweg donnernden Lokomotiven trotzten. Abseits der üblichen Verkehrsrouten geht es nun weiter zur Landesgrenze von Wien und Niederösterreich. Diese ist gekennzeichnet durch einen geöffneten Bahnschranken. In Hagenbrunn, einem charmanten Weinort am Rande der Großstadt, finden wir imposante Relikte aus der Eisenbahngeschichte. Die Lokräder und Antriebswellen, die hier künstlerisch angeordnet sind, geben Geheimnisse längst vergangener Tage preis. Der ebene, asphaltierte Pfad führt uns nun in das Weinviertel. Bald schon kommen wir zum „Signalpark“ vor dem ehemaligen Lokalbahnhofsgebäude in Eibesbrunn. Hier stehen all jene Signale, die man normalerweise nur entlang einer Eisenbahnstrecke findet.
Eurovelo 9
Bei der Abzweigung der „eurovelo9“-Radroute nach Wolkersdorf kommen wir zu der „Europasäule“, einer außergewöhnlichen Skulptur aus übereinander geschichteten Eisenbahnrädern. Bei der Schnellbahnstation Obersdorf erfahren wir mithilfe einer „Zeitschiene“ von den wichtigsten Ereignissen der Lokalbahngeschichte. In der Gemeinde Pillichsdorf überwacht uns ein überdimensionaler Drahtesel, der aus Fundstücken der Eisenbahn, zum Beispiel riesigen Lokrädern und Versatzstücken, zusammengestellt ist. Ab hier folgen wir den Bahngleisen in Richtung Großengersdorf. Am „Eisenbahnbrunnen" vor dem Museum für Dorfkultur können wir uns mit einem Schluck Wasser erfrischen. Der Brunnen soll an all jene Menschen erinnern, die unter schwierigsten Bedingungen Trassen, Verkehrswege, Brücken und Tunnel gebaut haben. Die Radtour führt uns nun weiter nach Bockfließ und von hier nach Strasshof an der Nordbahn zum Eisenbahnmuseum: 94 Lokomotiven und 180 Waggons können hier bestaunt werden. Unsere eigenen Drahtesel lenken wir nach Deutsch Wagram, wo im ältesten Bahnhof Österreichs noch ein Eisenbahn-Museum untergebracht ist.
Ausklang
Entlang des Marchfeldkanals können wir zurück nach Stammersdorf oder die gleiche Strecke zurück nach Pillichsdorf radeln. Der Ausflug entlang der Bahnschienen kann auch auf diesen beendet werden: mit der Schnellbahn (in Strasshof oder in Obersdorf) nach Wien zurück.
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