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Leserbriefe


Jahr: 
2010
Ausgabe: 
2

 

Irrtum

Richtigstellen
Bezüglich des Leserbriefs von Prof. Gfatter im "Drahtesel"  Nr 5/2009 erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass Prof. Gfatter nachweislich 70 Jahre alt ist und in einem noblen Wiener Gemeindebezirk wohnt. Darüber hinaus ist Prof. Gfatter nicht Sachverständiger für Verkehrswesen, sondern für „Verkehrssicherheitsanlagen, Ampelanlagen, Eisenbahn, Seilbahn, Unfallanalyse, Auswertung von Fahrtschreibern, Unfalldatenschreibern.“
Prof. Gfatter ist also keinesfalls Verkehrsplaner. Er scheint auch geringe Kenntnisse über die Wirkungszusammenhänge in der Gestaltung des verkehrlichen Umfelds der einzelnen Verkehrsarten zu haben. Die in vielen Planungen und Konzepten (z. B. Landesverkehrskonzepte, Masterplan Radverkehr Österreich, Masterplan Verkehr Wien) vorgesehene und von der Politik beschlossene Förderung des Radverkehrs und Steigerung des Radverkehrsanteils dürfte ihm ebenfalls unbekannt sein.
 Herbert Schachenhofer, per email

Wir entschuldigen uns für die unkorrekte Bezeichnung eines Teils seines beruflichen Umfeldes und wollten natürlich keineswegs dem Ruf von „Verkehrsplanern“ schaden (Anm. d. Red.). 

Talent ein Desiro?

Verwirrung: Betrifft DE 4/2009
…ich finde es wirklich ärgerlich, dass das Märchen, dass die "Talent"-Garnituren die Österreich-Umbauversion des "Desiro" seien, von den Leserbriefseiten der Krone nun auch in den DRAHTESEL gefunden haben. Die Talent-Garnituren sind selbstverständlich auch in großer Zahl in Deutschland im Einsatz, wie ich schon 2005 bei einem Besuch in Köln feststellen konnte. Dort waren damals – im Gegensatz zu Wien – keine anderen Nahverkehrszüge mehr zu sehen.
 
Davon abgesehen ist es völlig unsinnig und lächerlich zu behaupten, dass Desiro und Talent, von äußerlichen Ähnlichkeiten abgesehen, irgend etwas gemeinsam hätten. 
Um das zu bemerken, muss man nur einmal mit beiden gefahren sein. Wenn, dann ist möglicherweise der Desiro ein billiger Leichtbau-Ableger des Talent, aber sicher nicht umgekehrt. 
 
Im Übrigen kann Herr Pestitschek ja gern weiter mit den alten Garnituren fahren, die natürlich erheblich behindertenfreundlicher sind (durchgängig stufenfrei!), sofern es einem gelungen ist, die hohen Einstiegsstufen zu überwinden. Alte und gehbehinderte Menschen, RadfahrerInnen, Menschen mit Kinderwagen, u.a.m. werden Herrn Pestitschek sicher nicht (?) darin zustimmen, dass die Talent-Garnituren im Vergleich zu den Vorgängermodellen eine deutliche Verschlechterung darstellen…
 
Ich zumindest sitze mit meinen 183 cm sehr gut im Talent, auch wenn die Sitze etwas schmäler sind. Übrigens: Die alten S-Bahn-Garnituren sind wegen des  Tatzlagerantriebes nur bis 100 km/h zugelassen. Wozu ein Nahverkehrszug schneller als 120 km/h fahren sollte, wenn alle paar Kilometer ein Halt ist, hat uns Herr Pestitschek leider auch nicht erklärt. 
 
Vielleicht sollte die ARGUS in Zukunft ein bisserl mehr darauf schauen, welche Inhalte sie ungeprüft aus irgendwelchen anderen Zeitschriften übernimmt…??
 Helmut Resch, per e-mail
 
Im Vergleich mit den Doppelstock-Garnituren vermitteln die Talents wenig Laufruhe. Auch von Problemen mit den Bremsen wird von ÖBB’lern an der Basis 
berichtet, Behinderten-Vertreter kritisieren die Stufe im Wagoninneren...   (Anm.d.Red.)

Gehsteigradlerei

Immer mehr...
Als begeisterter Radfahrer und ARGUS-Mitglied bin ich natürlich für möglichst viel Raum und Rechte für Radfahrer. Trotzdem fühle ich mich – vor allem in der Umgebung der Universität und dem Uni-Campus als Fußgänger nicht mehr sehr wohl, da immer mehr rücksichtslose Radfahrer den Gehsteig statt der Fahrbahn oder dem Radweg benützen und auf Fußgänger kaum mehr Rücksicht nehmen. 
Gerade eben wurde ich an der Ecke Spitalgasse/Alserstraße von einem Radfahrer touchiert und dafür auch noch beschimpft und körperlich bedroht. Vielleicht sollte man einmal klarstellen, dass auf Gehsteigen doch wohl Fußgänger Vorrang haben sollten.
 Dr. Kurt Krottendorfer, per e-mail
 
Von Sozialwissenschaftlern und Verkehrsexperten wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Gehsteigradlerei ein Symptom für ein mangelhaftes Verkehrsklima sei, d. h., dass viele RadlerInnen, vor allem „Neueinsteiger“, sich einfach fürchten, auf der Fahrbahn mit dem Rad zu fahren... Das soll natürlich NICHT dieses Fehlverhalten entschuldigen, aber es bestätigt die Notwendigkeit, an einem eigentlich nicht spezifischen Rad-Verkehrsplanungs-Detail zu arbeiten, nämlich die Herabsetzung der tatsächlich gefahrenen Kfz-Geschwindigkeiten anzustreben, ebenso wie eine fast absolute Rücksichtnahme des Stärkeren (Autofahrer) gegenüber dem Schwächeren (Radfahrer)...
Das gilt natürlich vom Radfahrer zum Fußgänger genauso! Aber: wie in der Sozialwissenschaft auch öfters betont wird, ist das Kapitel einer „Verhaltensänderung“ eines der schwierigsten im menschlichen Zusammensein (Anm. d. Red.).

Wiener Schmäh?

1100 km?
Als tägliche und passionierte Radlerin auf Wiener Straßen und Radwegen muss ich doch ironisch lächeln: 1100km Radwegenetz – hört sich toll an. Über dessen Qualität wird allerdings nicht geschrieben: abrupt endende Radwege im Nirwana, hohe Bordsteine, querende Fußgängerbereiche, gefährliche Verkehrsführung, schlechter Asphalt, keine Schneeräumung fallen mir spontan dazu ein. 
Carmen Ziegler, 1210 Wien
 
Wie wahr…  auch heuer werden wieder etliche Kilometer  Radwege dazu kommen, z. B. auch der Wiental-high, der eigentlich wenig nützt: dafür fehlt weiterhin ein ehrliches Bemühen, endlich halbwegs radverkehrssichere Radialverbindungen, vor allem in den (Schienen-)Hauptstraßen zu organisieren! (Anm. d. Red.).
 

Vor 5 Jahren...

Hirnlosigkeit
…Mödlinger Radwege (wir leben dort und fahren seit über 20 Jahren täglich mit dem Rad) sind meist wirklich sinnlose Ausgeburten an Hirnlosigkeit und schlechter Umsetzung oft an und für sich sinnvoller Ideen… leider.
Robin Jisa, per e-mail

Leider hat sich an der Situation seither nicht viel geändert, trotz des Engagements des renommierten Verkehrsplaners Prof. Sammer (Anm. d. Red.)

 

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