You are hereBicistaffetta

Bicistaffetta


Jahr: 
2010
Ausgabe: 
3

 
FIAB – Federazione Italiana Amici della Bicicletta organisiert jährlich eine Tour durch einen Teil Italiens.

 
Im Jahr 2009 war es die Route der antiken Via Salaria, welcher die 60 Radbegeisterten aus allen Teilen Italiens, 2 Deutsche und 2 Österreicher folgten.
 
Schon vor der Römerzeit war auf dieser Strecke Salz von den Küsten ins Landesinnere transportiert worden. Die Römer bauten die Strecke zwischen 3. und 1. Jahrhundert zur durchgehenden Via Salaria aus. Im Jahr 1906 wurde sie per Reichsgesetz offiziell zur Staatsstraße 4 mit der Bezeichnung Salaria. Der Reichtum des jungen Italien ermöglichte den schrittweisen Ausbau, der allerdings den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügt. So gibt es nun für den durchgehenden Autoverkehr eine neue Schnellstraße und die alte Staatstraße (Via Salaria vecchia) liegt wenig befahren in der schönen Gebirgslandschaft – ideal für den Radtourismus. Das wäre die Möglichkeit, diese brachliegende Infrastruktur neu zu beleben. Notwendig wäre der Bau kleinerer Lückenschlüsse und das Aufstellen von Wegweisern.
 
Diese Idee einer neuen Via Salaria für Radfahrer in den Kommunen zu verankern, das war ein Ziel der Tour. Romano Puglisi, Autor mehrerer Rad/Bahn-Reiseführer für Mittelitalien, hatte eine abwechslungsreiche, landschaftlich, kulturell und kulinarisch reizvolle Route zusammengestellt.
 
Start war in Ostia an der Tibermündung. Für einen Teil der Strecke bis Rom wurde das Flussschiff genutzt. Der gepflasterte Radweg entlang des Tiber und eine Radroute im Bereich der großen Parkanlage vor der Villa Borghese ermöglichten eine fast autofreie Durchquerung der Großstadt. Nur bei der Ausfahrt aus der Stadt in Richtung Rieti waren wir auf die Benützung der stark befahrenen Staatsstraße angewiesen, bevor wir in Passo Corese in die Sabiner Berge abzweigten. 
 
Die 187 km von Passo Corese bis Ascoli fuhren wir großteils auf Nebenstraßen. Zur optimalenVerkehrsvermeidung hatte Romano Puglisi auch einige Feldwegpassagen ausfindig gemacht. Auf der Scheitelstrecke durchs Gebirge zwischen Androdoco und Ascoli steht, abgesehen von den ersten 15 km, die alte Staatstraße  zur Verfügung. Man kommt sanft ansteigend bis hinauf auf 1.000 Höhenmeter.
 
Die Kulturlandschaft, mit den Städten und Dörfern, die oft malerisch an den Berghängen und auf Kuppen liegen, romanische Kirchen, alte Brücken, der Anblick der 2.500 m hohen Berge (Laga Berge und Sibillinen sind Nationalparks) und zum Abschluss ein Bad in der Adria – das sind Highlights der Tour. Amatrice ist berühmt für die „Spaghetti all’amatriciana“, die man original im Hotel Roma serviert bekommt. Wer frisches Quellwasser gegenüber der Plastikflasche aus dem Supermarkt bevorzugt, ist durch die vielen Dorfbrunnen bestens versorgt. Und jene, welche mediterrane Urbanität lieben, fühlen sich zu Hause in Ascoli mit den attraktiven Piazzas, den Renaissancepalästen und vielen alten Kirchen.
 
Die Bicistaffetta 09 wurde in vielen kleinen und größeren Städten durch den Bürgermeister oder Vertreter der Kommunen empfangen und manchmal auch bewirtet. Die Stadt Ascoli sorgte sogar für die Unterkunft auf einem Berg über der Stadt. Romano Puglisi und Antonio Dalla Venezia, der Präsident von FIAB, präsentierten die Idee einer markierten Fernradroute. 
Ein Aufnahmeteam von RAI TRE begleitete die Tour. Im Herbst wurde im Rahmen von „Ambiente Italia“ von der Journalistin Claudia Apostolo im Fernsehen berichtet. 
Hoffentlich wird die Fernradroute in naher Zukunft realisiert und dann ist Italien um eine Attraktion für Radfahrer reicher. Ausgerüstet mit einer Karte lässt sich die Route auch jetzt schon befahren. 
 
Anreise: Um die Ausfahrt aus Rom zu vermeiden, empfiehlt es sich, das Rad mit der Bahn bis Fara Sabina Bahnhof (Linie Fr1 Fiumicino Flughafen-Ort) mitzunehmen. Wer nur die Scheitelstrecke befahren will, kann auch bis Androdoco per Bahn fahren.
Rückreise: Bahnverbindung mit Regionale ab San Benedetto del Tronto nach Bologna, von dort mit DB Nachtzug oder Regionale (entspricht dem österreichischen REX) bis Brenner. 
 

 

Nächste Termine