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Euro-Enviro
Jahr:
2010
Ausgabe:
3 Euro-Enviro
Quer durch Wien
EuroEnviro – ein internationales Symposium für Studierende zu aktuellen ökologischen Themen – hat heuer in Graz und in Wien stattgefunden. Die ARGUS hat zwei Arbeitskreise in Wien organisiert. Ein Workshop bot 15 studentischen TeilnehmerInnen aus Österreich, Deutschland, Slowakei, Kroatien, Finnland, Kasachstan, Portugal und Mazedonien Gelegenheit, die innerstädtische Radverkehrsstruktur Wiens kennen zu lernen.
Die Route führte vom Uni Campus im Alten AKH über die Spitalgasse, Boltzmanngasse, Alserbachstraße bis an den Donaukanal und über den Ring-Radweg zurück zur Universität. Bei zahlreichen Zwischenstopps gab es die Gelegenheit, über die Wiener Radverkehr-Infrastruktur zu diskutieren, Positiv- und Negativbeispiele konnten erläutert und mit den StudentInnen erörtert werden.
In der Diskussion fiel besonders ein Teilnehmer aus Finnland durch viele Einwände, Positivbeispiele und Kritik auf: Sein Statement zur Radwegsituation Wiens: „Hier würde ich niemals Rad fahren“. In Finnland wären Straßen, Radwege und Gehsteige baulich voneinander getrennt. Bei einer Schneelage von mindestens sechs Monaten pro Jahr wären Bodenmarkierungen alleine nicht ausreichend, so der Student aus Finnland.
Anklang fand die Route entlang des Donaukanals, als Beispiel für den „Grünbereich“; bei der Urania fuhr man auf dem Ring-Radweg weiter. Ein Erfrischungsstopp im Stadtpark gab die Gelegenheit zu ausführlichen Diskussionen; einig waren sich die StudentInnen darüber, dass die Erkundung Wiens per Rad äußerst lohnend sei.
Im zweiten Workshop wurde im NIG gemeinsam mit den StudentInnen Fotos mit Positiv- und Negativ-Beispielen von Radverkehrsanlagen aus mehreren europäischen Ländern kommentiert, wie z.B. aus der Schweiz, den Niederlanden, Belgien und schließlich auch mit österreichischen Beispielen. Ziel der Veranstaltung war es, einen Diskurs zu eröffnen über Raumplanung im Allgemeinen, über verschiedene Radverkehrsanlagen im Speziellen, deren Vor- und Nachteile zu diskutieren und von den StudentInnen zu erfahren, welche Anlagen sie wie bewerten.
Der größte Input kam auch bei diesem Teil von dem finnischen Studenten, der auch bei minus 25 Grad Rad fährt, und der mit kreativen Vorschlägen an der Tafel zu Radwegen im Kreuzungsbereich zur allgemeinen Erheiterung beitrug.
Die StudentInnen aus Kroatien meinten, dass es in ihrem Land fast gar keine Radweganlagen gäbe, daher wurde das Wiener Radwegnetz von ihnen eher positiv bewertet. Die übrigen Teilnehmerinnen fanden viele Ähnlichkeiten zwischen den Radwegen ihrer Heimatländer und denen Wiens.
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