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Sportliche Trittbrettfahrer
Jahr:
2010
Ausgabe:
3 Der Tretroller verkörpert: Sympathie, Sport, Spaß, Lebenslust, Freizeitgefühl und Jugend(erinnerungen). Sie sind aus dem Alltagsbild einfach nicht mehr wegzudenken, die kleinen glänzenden Miniscooter.
Viele Jugendliche rollern damit zur Schule, Erwachsene in die Arbeit oder verwenden den Roller für kurze Fahrten in der Freizeit. Diese kleinen, handlichen, schnell zusammenklappbaren Dinger und der relativ günstige Preis, haben in den letzten Jahren einen echten Verkaufsboom ausgelöst.
Und seitdem es diese Tretrollerwinzlinge gibt, sind auch die „richtigen“ Tritt- oder Tretroller wieder gefragt. Bei diesen Tretrollern handelt es sich um „echte“ Sportgeräte, die mit Luftreifen und mit guten Bremssystemen am Vorder- und Hinterrad ausgestattet sind. Die StVO (Straßenverkehrsordnung)erlaubt das Fahren auf der Fahrbahn, da Tretroller als Fahrräder gelten! Somit hat dieser bequeme und umweltfreundliche Untersatz optimale Voraussetzungen, zukünftig das Bild auf unseren Straßen nicht nur als Sportgerät, sondern auch als ernst zunehmendes Fortbewegungsmittel zu verändern. Natürlich nicht als Konkurrent zum Fahrrad, sondern als Ergänzung für all diejenigen, die sich am Rad in hoher Sitzposition unsicher fühlen, oder die Sitzprobleme wegen des Sattels vermeiden wollen.
Tretroller fahren kann unabhängig vom Alter sowie vom Konditionszustand ausgeübt werden. Es ist leicht und schnell erlernbar und fördert obendrein die Kraft und Ausdauer. Einzig der Beinwechsel benötigt etwas mehr Übung, aber auch dieser Bewegungsablauf ist nach einigen Minuten Übung bald in Fleisch und Blut übergegangen. Der positive Effekt so nebenbei: Tretrollern trainiert und stärkt das Herz- und Kreislaufsystem, die Oberschenkel- und Wadenmuskulatur, den Lendenbereich, sowie Bauch, Beine, Po, Arme und Rücken.
Der Tretroller ist am besten Weg, eine Erfolgsstory zu schreiben: In Finnland, Holland und Tschechien gibt es bereits viele Tretrollervereine und die Zahl der TretrollerfahrerInnen wird ständig größer – auch in Österreich und Deutschland!
Wer einmal das „Tretrollern“ ausprobiert hat, ist fasziniert und begeistert von:
• den runden, harmonischen, Gelenke schonenden Bewegungsabläufen
• der Bewegung in der Natur
• der extremen Fliehkraft in engen Kurven, ähnlich dem Carven im alpinen Skisport
• der „Entschleunigung“ (Stressabbau bei langen und ruhigen Fahrten)
• der hohen Trainingseffizienz bei geringem Zeitaufwand
• dem günstigen Preis: Ein guter Tretroller kostet rund ein Drittel von einem guten Fahrrad.
• die angenehme und sichere Fahrgeschwindigkeit
Einige Vorteile des Tretrollers:
• keine aufwändigen Wartungen und teuren Reparaturen (auf Grund fehlender Verschleißteile wie Schaltung, Zahnkränze, Kettenantrieb)
• Ersatzteile werden kaum benötigt
• leicht transportierbar
• für die ganze Familie geeignet (da keine Probleme mit Rahmengrößen).
Wie bei den Fahrrädern gibt es auch bei den Tretrollern eine Vielzahl von Modellen am Markt. Beim Kauf ist auf ein paar Dinge zu achten: Das Trittbrett soll nicht zu hoch, zu breit oder zu kurz sein. Der Lenker soll auch nicht schmal und zu hoch sein. Ein zu hoher Lenker lässt auf Grund der aufrechten Standposition eine Oberkörpervorlage nicht zu und somit wird das dynamische, weite Ausschwingen des Schwungbeines nach rückwärts verhindert. Zwei gute Bremsen am Lenker für Vorder- und Hinterrad sind unerlässlich.
Zwei Tretroller-Klassen haben sich etabliert:
Großradtretroller mit Laufradgrößen zwischen 18 und 28 Zoll. Kleinradtretroller mit Laufradgrößen zwischen 12,5 und 16 Zoll. Fälschlicherweise werden die Großradtretroller als Erwachsenentretroller und die Kleinradtretroller als reine Kindertretroller bezeichnet, obwohl viele Kleinradtretroller auch für Erwachsene gebaut sind.
Kleinradtretroller sind auf Grund des kurzen und stabilen Rahmens äußerst wendig und vermitteln bei engen Kurven ein Gefühl des „Carvens“ ähnlich wie beim Skisport. Die kleinen dicken Ballonreifen schlucken Bodenunebenheiten. Ein Fahren auf Forst- und Wiesenwegen ist kein Problem. Es ist ein herrliches Gefühl so durch die Landschaft zu gleiten. Sollte sich wirklich einmal ein Hindernis in den Weg stellen, kann dieses durch ruckartiges Hochziehen des Lenkers übersprungen werden.
Großradtretroller ermöglichen eine etwas höhere Geschwindigkeit, sind ideal auf langen Distanzen, aber etwas träger in der Antrittsbeschleunigung und beim Kurven fahren. Um nicht mit dem Schwungbein in die Speichen des Hinterrades zu gelangen, ist das Hinterrad maximal 18 Zoll groß. Ein kleineres Hinterrad verkürzt auch die Rollerlänge.
Eigentlich ist es erstaunlich, dass der Tretroller erst lange nach dem Fahrrad erfunden wurde. Dabei ist der Tretroller so einfach konzipiert: Ein Brett, eine bewegliche Gabel und zwei Räder! Die ersten Tretroller waren aus Holz und kamen erst um 1912 auf den Markt! Offenbar haben unsere Urgroßväter und-mütter erfinderisch ziemlich um die Ecke gedacht und nur nach mechanischen Antriebsmechanismen gesucht.
Der Tretroller ist auch in der Sportwissenschaft und Sportmedizin längst anerkannt. Aus der Sicht des Trainingswissenschaftlers und Buchautors Dr. Josef Wiesauer bietet der Tretroller als Trainings- und Therapiegerät einzigartige Vorteile. Gerade in der Rehabilitation nach Knie- oder Sprunggelenksverletzungen, wenn das Laufen nicht möglich ist, kann man mit dem Roller „Ein-Bein-Laufen“.
Dr. Karl-Heinz Kristen, Facharzt für Sportorthopädie, Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, sieht im Tretrollersport folgende medizinische Aspekte: „Durch die Weiterentwicklung des Tretrollers ist ein viel dynamischeres Fahren und Dahinrollen als beim „kleinen Bruder“ – dem Miniscooter – möglich geworden. Sportorthopädisch eignet sich das Tretroller fahren als dynamische Trainingsform. Das Schwungbein wird dynamisch, das Standbein koordinativ stabilisierend trainiert.“
Weitere Infos: www.tretrollersport.at
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