You are here"Kurier" schürt in seiner Ausgabe am Mittwoch den 16. September Vorurteile gegen Radfahrer
"Kurier" schürt in seiner Ausgabe am Mittwoch den 16. September Vorurteile gegen Radfahrer
In der Mittwochsausgabe des Kuriers sticht auf der ersten Seite ein halbseitiges Fotos von einem Radfahrer, der illegal gegen die Einbahn fährt, sofort ins Auge. Auch bei dem Artikel über den Radgipfel auf Seite 19 ist derselbe Radfahrer illegal gegen die Einbahn fahrend zu sehen. Diese Bilder sind offensichtlich gestellt und die ARGUS fragt sich, warum man zu dem an und für sich seriösen Artikel über den Radgipfel solche gefälschten und vorurteilsfördernden Bilder publiziert?
Auch der Artikel "Der Radfahrerboom führt zu vielen Konflikten" quillt vor wenig versteckten Vorurteilen wie "undisziplinierte Radfahrer", "Radfahrer illegal und schnell auf Gehsteigen unterwegs“ fast über. Dass manche Radfahrer sich nicht an Gesetze halten, möchten wir gar nicht verneinen, finden aber, dass die Debatte in vielen Fällen unausgewogen und einseitig geführt wird und die Radfahrer als der große (fast einzige) Verkehrssünder an den Pranger stellt.
Dabei wird die größte Autofahrersünde, das Schnellfahren, von Medien und Allgemeinheit oft als Kavaliersdelikt gesehen. Laut KfV passiert aber ein Drittel der Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit des motorisierten Verkehrs. Im Jahr 2008 ertappte die Österreischische Exekutive laut Kurier 3.800.000 Temposünder (und 42.000 Alkolenker).
Das "Rotfahren" ist bei Radfahrern nicht selten und es soll keine Entschuldigung sein, aber der Pedalritter macht es vorsichtig und in allen Richtungen schaunend, weil er genau weiß, dass er dabei sich selber am meisten gefährdet. Ganz anders der Autofahrer, der beim Grünblinken noch Gas gibt, sich verschätzt und bei überhöhter Geschindigkeit die Kreuzung bei Rot fast überfliegt.
Das illegale Fahren gegen die Einbahn ist kein Privileg der Radfahrer, auch die Autofahrer befahren oft Einbahnen in die falsche Richtung, um den Weg abzukürzen. Das Foto wurde in der Mühlschüttelgasse gemacht und ist im Unterschied zu den Kurierfotos echt und nicht gestellt.

Noch ein sehr häufiges "Kavaliersdelikt" der Autofahrer ist das Parken am Mehrzweckstreifen. "Ich stehe nur kurz", lautet meistens die Entschuldigung. Dass sie die Radfahrer zu gefährlichen Ausweichmanövern zwingen, wollen die Autofahrer nicht wahrhaben. Dieses Foto wurde in der Hardtgasse gemacht und ist ebenfalls im richtigen Leben entstanden.
Die wirksamste Maßnahme, um die Sicherheit für Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer zu erhöhen, wäre jedenfalls eine Geschwindigkeitsreduktion auf unseren Straßen. Der erste wichtige Schritt in diese Richtung wäre für die Einhaltung der bestehenden Tempolimits zu sorgen, und da sind schärfere Kontrollen und geringere Toleranzgrenzen unumgänglich. Das kann durchgeführt werden ohne ein einziges Gesetz zu ändern und bedarf nur des entsprechenden politischen Willens!
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