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Floridsdorf: Mühlschüttel – flächendeckendes Radfahren gegen die Einbahn erfolgreich
Im April 2009 wurde aus Gründen der Verkehrsberuhigung die Scheffelstraße ab der Floridusgasse bis zur Franklinstraße als Einbahn eingerichtet. Die Radfahrer dürfen erfreulicherweise in beiden Richtungen fahren, was sehr gerne angenommen wird. 
Die ARGUS hat die Gelegenheit wahrgenommen, um die neue Verkehrsorganisation und den Verkehrsablauf nach der Eingewöhnungsphase zu studieren.
Im gesamten Mühlschüttel (das Gebiet befindet sich zwischen der Alten Donau, Fultonstraße, Donaufelder Straße und dem Floridsdorfer Bezirkszentrum) ist es, mit ganz wenigen Ausnahmen, erlaubt gegen die Einbahn zu radeln. Dadurch ist das Fahrrad zu einem sehr attraktiven Verkehrsmittel geworden und das spiegelt sich auch an der Zahl der Pedalritter wieder. Wir schätzen den Radverkehrsanteil auf 10 bis 20% und das ohne einen einzigen Radweg. Eine punktuelle Messung in der Floridusgasse hat sogar einen Anteil der Radfahrer von 26% ergeben!
Durch den hohen Radverkehrsanteil sind wir der Meinung, dass das Tempo des KFZ-Verkehrs insgesamt gesunken ist und jetzt aufmerksamer und rücksichtsvoller gefahren wird.
Von dem ruhigeren Verkehrstempo profitieren auch die Fußgänger, was bei Beobachtungen eindeutig zu sehen ist. Per Pedes bewegt man sich am Mühlschüttel ganz entspannt und die Interaktionen mit Kraftfahrzeugen verlaufen problemlos. Das Radfahren gegen die Einbahn kommt den Fußgängern sogar doppelt zugute, im Grätzel wird fast ausschließlich auf der Straße geradelt.
Zitat aus der Arbeit „Führt die Förderung des Radverkehrs gegen die Einbahn ?“ von DI Dr. Michael Meschik, Assistenzprofessor am Institut für Verkehrswesen, Universität für Bodenkultur in Wien, aus dem Jahr 2003:
"Wo Radfahren gegen die Einbahnrichtung verboten ist, benutzen 60 % der Radfahrer die gegen die Einbahnrichtung fahren den Gehweg. Sobald Radfahren gegen die Einbahnrichtung legalisiert wird, sind es nur noch 23 %. Damit nehmen auch Unfälle zwischen Radfahrern und Fußgängern ab."
Auch komplexe Situation wie z.B. gleichzeitig einparkende Fahrzeuge, querende Fußgänger und gegen die Einbahn fahrende Radfahrer laufen wegen der niedrigen Geschwindigkeit der Kraftfahrzeuge konfliktfrei und sicher ab. Für Bildbeschreibung Mauszeiger über das jeweilige Bild halten.





Obwohl die neue Verkehrsführung seit einem Monat wirksam ist, sind innerhalb von einer Stunde zwei KFZ illegal und, unserer Meinung nach, bewusst gegen die Einbahn gefahren.
An das Argument „habe ich nicht gesehen“ können wir nicht so richtig glauben. Sollte es aber doch wahr sein, hat jemand, der so wenig aufmerksam fährt, auf der Straße nichts verloren!
Am Mühlschüttel selbst sind die Bedingungen für Radfahrer nahezu optimal. Eine weitere Steigerung des Radverkehrsanteils halten wir bei einer Verbesserung der Verbindungen zu den anderen Bezirksteilen für sehr realistisch. Dazu erheblich beitragen werden die derzeit in Planung befindlichen Radverkehrsanlagen in der Brünner Straße, Prager Straße und An der Oberen Alten Donau. Siehe dazu Bericht der Floridsdorfer Grünen - Neue Radverbindungen für Floridsdorf. Sehr wichtig halten wir auch den Lückenschluss des Mehrzweckstreifens in der Leopoldauer Straße. Der im Jahr 2007 errichtete Abschnitt zwischen der B3 und der Steinheilgasse ist zwar ein wichtiger Anfang, ein echter Nutzen hat jedoch nur eine durchgängige Anlage.
Ebenfalls von großer Bedeutung für die Radnutzung sind sichere Radabstellmöglichkeiten. In Floridsdorf ist schon eine erhebliche Erweiterung geplant und wir werden über den Ausbau berichten.
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