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Fahrradabstellanlagen - ein wichtiges Element der Radverkehrsförderung


By Andrzej Felczak - Posted on 22 November 2009

Fahrradabstellanlagen sind für die Fördernung des Radverkehrs sehr wichtigSehr viele Menschen verwenden das Fahrrad, um einzukaufen, zur Schule oder zur Straßenbahn, Schnellbahn oder U-Bahn zu kommen. Bei vielen Geschäften oder Haltestellen fehlen aber geeignete Radabstellanlagen oder die Zahl der Plätze ist zu gering. Wenn man dieses Manko behebt, wird das Verkehrsmittel Fahrrad noch attraktiver.

Anforderungen an Radabstellanlagen

Befestigung des Fahrrades

Bei einer Radabstellanlage ist es wichtig, dass das Fahrrad sicher abgestellt und befestigt werden kann. Nur hochqualitative Fahrradständer erfüllen alle Anforderungen.

Siehe auch die ARGUS Radständer-Bewertung

Befestigung Fahrrad fehlende Radabstellanlage 21. S-Bahnhaltestelle Siemensstraße. Nur ein angehängtes Fahrrad ist optimal gegen Diebstahl geschützt. Wenn geeignete Radabstellanlagen fehlen, werden gezwungenermaßen andere vorhandene Befestigungsmöglichkeiten verwendet. Dies ist aber keine zufriedenstellende Lösung.

  

Radabstellanlage nur Vorderrrad befestigt21. S-Bahnhaltestelle Jedlersdorf. Und so etwas kann einen erwarten, wenn nur das Vorderrad angehängt worden ist...

 

 

 

 

Beleuchtung der Radabstellanlage

Die wichtigste Anforderung ist eine gute Beleuchtung. Sie erschwert die "Arbeit" für Diebe und Vandalen erheblich. Zusätzlich gibt eine gute Beleuchtung Frauen ein sichereres Gefühl. Ein Faktum, das nicht unterschätzt werden soll.

Radabstellanlage U6 Neue Donau - tagsüber gut21. U6-Haltestelle Neue Donau. Tagsüber ist die Radabstellanlage gut frequentiert und gut einsehbar, ...  

 

 

 

 

 

Radabstellanlage U6 Neue Donau - in der Nacht haben Fahrraddiebe ein leichtes Spiel ... in der Nacht sieht die Sache aber ganz anders aus. Die Beleuchtung ist eindeutig verbesserungswürdig..

  

 

 

 

Radabstellanlage U1 Zentrum Kagran - Vandalen können hier ungestört arbeiten22. U1-Haltestelle Zentrum Kagran. Hintere, schlecht beleuchtete Radabstellanlage. Hier haben Vandalen Zeit und Ruhe gehabt, das Fahrrad zu "schlachten". Es ist zweifelhaft, ob sich die/der EigentümerIn jemals wieder trauen wird, mit dem Fahrrad zur U-Bahn zu fahren. Auch hier sollte die Beleuchtung unbedingt verbessert werden. 

  

Einsicht bei den Radabstellanlagen

Es ist sehr wichtig, dass die Fahrradabstellanlage dort aufgestellt wird, wo die meisten PassantInnen vorbeigehen. Können die ÜbeltäterInnen nicht ungestört ihr Unheil verrichten, verzichten sie oft darauf. Ideal ist es, wenn Bus- oder StrassenbahnfahrerInnen bei einer Endhaltestelle die Radabstellanlage im Blickfeld haben.

Radabstellanlage U6 Handelskai - ein Paradies für Langfinger20. U6-Haltestelle Handelskai. Die Radabstellanlage ist ganz hinten versteckt und unbeleuchtet. Ein Paradies für "Langfinger".

 

 

 

Radabstellanlage U6 Handelskai - eine Verlegung würde eine erhebliche Verringerung der Diebstahl- und Vandalismusgefahr bringen20. U6-Haltestelle Handelskai. Wenn die Radabstellanlage, so wie im Bild gezeigt, versetzt wird, landet er gerade beim Ausgang der U6-Haltestelle und kommt auch gleichzeitig in den Genuss der Beleuchtung. Eine billige und einfache Verbesserung.  

Überdachung der Radabstellanlage

Eine Überdachung erhöht den Komfort für die Radfahrer erheblich, das weiß jeder, der sich auf einen nassen Fahrradsattel setzten musste. Das Fahrrad ist auch gegen Nässe besser geschützt und rostet nicht.

Fahrradkette - nach kurze Zeit im FreienSo rostig wird eine Fahrradkette nach kurze Zeit im Freien! 

 

 

 

 

 

 

Überdachte Radabstellanlagen führen zu einer Aufwertung des Verkehrsmittels Fahrrad und sind eine der besten Werbemaßnahmen für den Umstieg auf dieses umweltfreundliche Verkehrsmittel. Bei größeren Radabstellanlagen, z.B. bei U- und S-Bahn-Haltestellen, sollte eine Überdachung selbstverständlich sein.

Da bei Schlechtwetter weniger Menschen mit dem Rad kommen muss nicht die gesamte Radabstellanlage überdacht sein. ARGUS meint, dass eine Überdachung von ein Drittel bis zur Hälfte der Radabstellplätze ein guter Kompromiss zwischen Komfort und Wirtschaftlichkeit darstellt.

Überdachte Fahrradabstellanlagen kosten zwischen 200 und 400 Euro pro Radabstellplatz. Zum Vergleich: bei der geplanten P+R-Anlage Strebersdorf wird die Errichtung eines Autoabstellplatzes mit etwa 3100 Euro zu Buche schlagen!

Fahrradüberdachung Firma GronardDie Fahrradüberdachung der Firma Gronard ist einfach, funktionell und preiswert. Sie eignet sich hervorragend für Örtlichkeiten etwas abseits vom Zentrum.

  

 

 

Fahrradüberdachung Firma OrionDie Fahrradüberdachung der Firma Orion ist optisch sehr ansprechend. Insbesondere das durchsichtige Dach ermöglicht eine Aufstellung an architektonisch anspruchsvollen Örtlichkeiten. Dieses Modell ist preislich etwas gehobener.
    

Fahrradüberdachung Firma Bike and RideDie Fahrradüberdachung der Firma "Bike and Ride" ist den derzeitigen Überdachungen bei den U-Bahnen vom Design her ähnlich. Für den Einsatz im öffentlichen Raum kann die MA 19 (Stadgestaltung) sich dieses Modell sehr gut vorstellen.

  

 

 

Hier finden Sie mehr Info über Fahrradüberdachungen

Fahrradboxen

Sehr viele Menschen, insbesondere solche die viel fahren, besitzen heute gute und teure Fahrräder. Beim Benützen dieser Räder ergibt sich aber oft das Problem, dass sie dann leider beschädigt werden, verschwinden oder Teile gestohlen werden. Fahrradboxen sind der ideale Schutz gegen Wetter und Vandalismus und jede größere oder abgelegenere Radabstellanlage sollte mit einigen versperrbaren Fahrradboxen ergänzt werden.

Fahrradbox Firma Steurer

Fahrradbox Firma Steurer

Diese Fahrradboxen stehen beim Schnellbahnhof Liesing im 23. Wiener Gemeindebezirk.

Die fünf Fahrradboxen werden von den ÖBB verwaltet und werden für jeweils einen Jahr vermietet. Die Jahresmiete beträgt 107 Euro (Stand April 2003). Zu diesem Zeitpunkt waren alle Boxen vermietet. Die Box kann versperrt werden und drinnen gibt es Platz für zwei Fahrräder. Zwei Wandhaken für z.B. Regenkleidung sind auch vorhanden. Die Vermietung erfolgt beim Kassenschalter, der Park & Ride Projektleiter ist Ing. Thomas Gruber, 0664/6170179.

Hier finden Sie mehr Info über Fahrradboxen 
 

Flächenverbrauch und Kosten

Bei einer Radabstellanlage mit Fahrradbügel erfordert jedes Fahrrad eine Fläche von 4 m2 (einschließlich Manövrierflächen). Bei einem Grundstückspreis von EUR 360/m2 in Floridsdorf/Donaustadt betragen die Grundstückskosten EUR 1.440 je Fahrradabstellplatz. Da die Fahrradabstellanlagen oft auf nicht genutzten Restflächen aufgestellt werden können, sind die tatsächlichen Kosten erheblich geringer.

Als Vergleich können die Kosten für einen Parkplatz angeführt werden. Pro Auto sind etwa 20 m2 (einschließlich Manövrierflächen) erforderlich. Beim gleichen Grundstückspreis wie oben ist jeder Autoabstellplatz EUR 7.200 wert! 

Werden die Kosten für Garagenplätze verglichen, sieht das Verhältnis noch extremer aus. Die geplante Volksgarage in Floridsdorf-Jedlesee wird 20.000 Euro pro Autoabstellplatz verschlingen.

Bei dieser Summe wirken die Kosten für die Fahrradbügel, nämlich EUR 91,- je Fahrrad, lächerlich gering. Für die Kosten eines einzigen Abstellplatzes in einer Volksgarage könnte man Bügel für 200 (zweihundert!) Fahrräder aufstellen. Dass trotzdem so viele gefördete Garagen gebaut werden, während sich die Stadt Wien bei der Aufstellung von Fahrradbügeln auf private Sponsoren ausredet, zeigt, wie verschieden die Prioritäten sind.

Leitfaden Fahrradparken

Viele Planer und Entscheidungsträger haben inzwischen begriffen, dass sich "energieeffizientes Bauen" nicht auf Gebäudehülle und Heizung reduzieren lässt. Um diesen Personen eine praxisnahe Orientierungshilfe zu bieten, hat das Energieinstitut Vorarlberg in Kooperation mit dem Land Vorarlberg den "Leitfaden Fahrradparken" entwickelt. Auf 30 Seiten werden Anforderungen für typische Anwendungsfälle beschrieben, gute und schlechte Beispiele gezeigt und Hinweise auf weiterführende Anlaufstellen geboten.

pdf-Dokument:Leitfaden FahrradparkenLeitfaden Fahrradparken (1.5 MB)

Der Leitfaden soll damit einen Beitrag zur Entwicklung einer neuen Verkehrskultur im Bauwesen leisten und helfen, die Vision von Prof. Hermann Knoflacher zumindest im Fahrradbereich zu verwirklichen: Der Fahrradstellplatz soll immer näher liegen und attraktiver sein als der Autoparkplatz. Dann - und nur dann - werden sich auch Personen ohne "Öko-Hintergrund" auch im Alltag ganz selbstverständlich zum Fahrrad greifen.
 

Leider musste ich feststellen, dass auf Radabstellplätzen am Fahrbahnrand immer mehr Mopeds und Motorräder abgestellt werden. Bei einer Anfrage an die MA46 wurde mir mitgeteilt, dass diese einspurigen Fahrzeuge die Abstellplätze "leider" auch benützen dürfen.
Tatsache ist, dass ein abgestelltes Motorrad oder Moped zwei Fahrrad-Abstellplätze belegt, womit ich wieder gezwungen bin, mein Fahrrad am "Laternenpfahl" zu befestigen, da durch 4 Motorräder und 2 Fahrräder die Abstellanlage ausgebucht ist.
Hier sehe ich gesetzlichen Handlungsbedarf, denn was nützten uns neue Abstellanlagen, wenn diese durch motorisierte Zweiräder belegt, und der zur Verfügung stehende Raum verschwendet wird?

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Don't drink and drive when you can breathe and ride ;)

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