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Döbling - Lückenschluss Pyrkergasse/Kreindlgasse dringend notwendig


By Andrzej Felczak - Posted on 29 Dezember 2009

Billrothstrasse - geplante Radverkehrsanlage fehltAuch in Döbling ist langsam ein Radverkehrsnetz im Entstehen aber es weist noch viele Lücken auf. Zwischen der Hardtgasse und der S45-Station Oberdöbling ist die problematischste Lücke im Bezirk, es gibt weder eine Radverkehrsanlage, noch existiert eine in beiden Richtungen befahrbare Route über Nebenstraßen. Die einzigen Verbindungen sind die stark befahrenen Billrothstraße und Döblinger Hauptstraße.

Vorschlag Radroute über Kreindlgasse/Pyrkergassse

Dankenswerterweise hat uns ein Radfahrer auf eine mögliche Radroute durch die Kreindlgasse und Pyrkergasse hingewiesen, was die Lücke erheblich verkleinern würde.
Radverkehrsnetz Döbling - Lückenschluss Kreindlgasse/Pyrkergasse
Plan der Stadt Wien - Radverkehrsanlagen grün, unser Vorschlag zur Lückenschluss rot punktiert. Zusätzliche Vorschläge für Radfahren gegen die Einbahn orange punktiert.
Erforderlich wäre nur die Einrichtung von Radfahren gegen die Einbahn in den genannten Gassen. Die Restfahrbahnbreite beträgt, ausgenommen einer 140 m langen Engstelle in der Kreindlgasse zwischen Gatterburggasse und Reithlegasse, mindestens 3,5 m und somit ist Radfahren gegen die Einbahn laut geltenden Richtlinen problemlos möglich.

Illegale Engstelle Kreindlgasse

In der Engstelle ist auf der einen Seite eine markierte Schrägparkspur vorhanden und auf der anderen eine nicht markierte Längsparkspur. Die Restfahrbahnbreite beträgt 3,1 m. Die Rückstossbreite bei Schrägparker soll aber laut dem  „Projektierungshandbuch der Stadt Wien“ mindestens 3,5 m betragen und somit ist die derzeit praktizierte Parkordnung illegal!
Kreindlgasse Kreuzung Reithlegasse - hier fehlt Radfahren gegen die Einbahn
Engstelle Kreindlgasse Kreuzung Reithlegasse - derzeit praktizierte Parkordnung ist illegal!
Würden die Projektierungsvorschriften beim Parken eingehalten werden, gäbe es automatisch genug Platz für Radfahren gegen die Einbahn.
Zur Umgestaltung der Engstelle sieht die ARGUS folgende Möglichkeiten:

  • Parkverbot auf dem nicht markieren Längsparkstreifen
  • Umgestaltung der Schrägparkordnung in eine Längsparkordnung
  • Verbreiterung der Straße um 0,5 m. Der Gehsteig würde von 3,0 auf 2,5 m verschmälert werden, was die von der Stadt Wien geforderte Mindestbreite von 2,0 m mehr als erfüllt
  • Einrichtung einer Wohnstraße

Die ARGUS fordert daher die zuständigen Stellen auf, die Verkehrsorganisation in der Engstelle richtlinenkonform umzugestalten und gleichzeitig Radfahren gegen die Einbahn in der Pyrkergasse und der Kreindlgasse einzurichten. Somit entstünde, kostenschonend und mit sehr wenig Auswirkung auf die restliche Verkehrsorganisation, eine 1.050 m lange Radroute. Gleichzeitig wäre es sinnvoll, Radfahren gegen die Einbahn in der gesamten Pyrkergasse, in der Reithlegasse (Restfahrbahnbreite 3,5 m) und in der Gatterburggasse (Restfahrbahnbreite 4,0 m) zu prüfen. Im Plan oben orange punktiert.

Auch Stadt Wien sieht Handlungsbedarf

Die zentralen Planungsstellen der Stadt Wien sehen in diesem Bereich ebenfalls Handlungsbedarf und haben ein Radverkehrskonzept erstellt: Stadt Wien - Radwegkonzept 19. Bezirk.
Auszug aus der Homepage der Stadt Wien: :
„Weiters soll speziell für das Gebiet zwischen Billrothstraße, Hardtgasse, Döblinger Hauptstraße und Hofzeile, in dem besonders viele Schulen liegen, der Begriff und die Identität des "Radschulkarrees" (Arbeitstitel) geschaffen und eine entsprechende fahrradfreundliche Verkehrskonzeption erarbeitet werden. … Für das "Radschulkarree" sind zur Verbesserung der Radfahrmöglichkeiten Einbahnöffnungen für Radfahrer vorgesehen …“.
Die ARGUS unterstützt die Bestrebungen der Stadt Wien und hofft, dass auch die zuständigen Stellen im Bezirk ihre Radfreundlichkeit nicht nur in Worten, sondern auch in Taten zum Ausdruck bringen.

ARGUS bittet alle Radfahrer um Hilfe

Wir bitten alle Radfahrer um Hilfe, am besten indem Sie

anschreiben.
Wir bitten, uns eine Kopie Ihres Schreibens zuzusenden: service@argus.or.at – Betreff: Lückenschluss Döbling. 

Nachdem ich seit wenigen Wochen neu im 19. Bezirk in der Döblinger Hauptstraße wohne, habe ich mich langsam mit der Fahrradsituation im Umfeld bekannt gemacht. Bei einem Spaziergang heute durch die Kreindlgasse, wurde ich Zeuge, wie ein Polizist auf Höhe Kreindlgasse 4 eine im Schritttempo (illegal) gegen die Einbahn fahrende Radfahrerin gestoppt hat, auf einer sonst menschenleeren Straße, auch ohne fahrender Autos weit und breit. Mein Zuruf war, er möge bitte nicht zu hart mit ihr ins Gericht gehen, die Straße sei doch leer (abgesehen von vollgeparkt) gewesen. Zuhause angekommen wollte ich daraufhin die Sache recherchieren und bin zufällig auf diesen vorbildlichen Argus Vorschlag getroffen. Argus, Ihr habt Recht, genau in diesem Bereich gehört einiges verbessert und verändert!!
Ich möchte mir Kommmentare und Anregungen zu 2 Punkten von Euch erlauben:
* Verbreiterung der Straße um 0,5 m. Der Gehsteig würde von 3,0 auf 2,5 m
verschmälert werden, was die von der Stadt Wien geforderte Mindestbreite von
2,0 m mehr als erfüllt
--> Dem muss ich ein wenig widersprechen: Fussgehern den Raum zu nehmen kann nicht die Lösung sein! Besser wäre, den Autos den Raum zu nehmen.
--> Durch Änderung der Schräg- in eine Längparksordnung sollte doch genug
zusätzlicher Platz entstehen? (kommt drauf an, wie breit der Radweg werden soll, persönlich würde mir eine LEgalisierung durch Fahren gegen die Einbahn genügen)
* Den Bereich in eine Wohnstraße zu ändern, wie zB die nur wenige hundert Meter entfernte Pantzergasse (mit Volksschule) halte ich für eine sehr gute Idee!!
Danke für Euer Engagement, an die angegebenen email Adressen werde ich ebenfalls schreiben. danke, Supp.

von Schräg- auf Längsparken soll es genug Platz für Radfahren gegen die Einbahn geben und das ist die von uns bevorzugte Variante. Ein baulich getrennter Radweg sehen wir hier nicht erforderlich.
Danke für die Lorbeeren!

Generell ist das Öffnen von Einbahnen ja eine feine Sache, besonders auch für die Anrainer dieser Straßen. Hier von einem Lückenschluß zu sprechen halte ich aber für verfehlt. Die Döblinger Hauptstraße und Billrothstraße sind in diesem Bereich gut mit dem Rad zu befahren. Die genannten Seitengassen stellen - wenn man zügig voran kommen will und nur auf der Durchfahrt ist - keine Alternative dar, da man öfters linksabbiegen müßte, enge Gassen nur langsam befahren werden können und der Weg sich unnötig verlängert. Der Begriff "Lückenschluß" impliziert, dass die vorhandenen Hauptstraßen für den Radverkehr ungeeignet, gefährlich oder gar verboten wären. Dies leistet einer Ghettoisierung des Radverkehrs auf Sonderwege und Sonderspuren weiter Vorschub und fördert das Klima zwischen Autofahrern und Radfahrern auf der Straße nicht. Radfahrer sollten auch auf breiteren Straßen selbstverständlich sein.

und haben keine Probleme, auf der Döblinger Hauptstraße oder der Billrothstraße zu fahren. Für einen "Durchschnittsradfahrer" sind die beiden genannten Straßen jedoch keine attraktive Alternative. Der Beitrag ist gerade wegen der Anregung eines Radfahrers entstanden, der eine stressfreiere Route gesucht hat und ich bin der festen Überzeugung, dass die überwiegende Mehrheit der Radfahrer bevorzugt in ruhigen Seitengassen statt auf Hauptstraßen zu fahren.
 
Natürlich stimme ich prinzipiell überein, dass eine Ghettoisierung vermieden werden soll. Um aber überhaupt neue Menschen zum Radfahren zu bringen muss es auch die Möglichkeit geben ruhig und entspannt anzufangen und dann wenn die Fahrpraxis besser wird kann man sich auf die Hauptstraßen wagen.
 
Jeder Radfahrer mehr auf der Straße bedeutet eine gesteigerte Sicherheit für alle - "Safety in numbers".
 

Ich würde mich nicht als erfahrenen Radfahrer bezeichnen sondern eher als Durchschnitt. Die Bevorzugung vom Fahren gegen die Einbahn gegenüber einer normalen Vorrangstraße (wenn es nicht grad der Gürtel ist) kann ich nicht nachvollziehen. Auf der Hauptstraße kann ich einfach geradeaus fahren. Die Vorrangregeln sind eindeutig, Fußgänger sind wegen des Fahrzeugverkehrs aufmerksamer, der Straßenzustand ist meist passabel und es bestehen gute Ausweich- und Überholmöglichkeiten. Die Fahrt durch die Seitengassen ist wesentlich stressiger: Autler versuchen sich verzweifelt und oft viel zu schnell vorbeizudrängen obwohl der Platz nicht ausreicht. Gibt es einen markierten Streifen fahren Autos hart am Strich auch wenn der Streifen durch parkende Fahrzeuge eingeengt und ohnehin schmal ist (z.B. Semperstraße), Fußgänger springen zwischen parkierten Fahrzeugen unvermittelt auf die Fahrbahn und die Sicht ist durch Verparken stark eingeschränkt (fast täglich in der Guneschgasse). Auch würde das Benutzen dieser Gassen ein mehrfaches zusätzliches Linksabbiegen erfordern, was die Gesamtsicherheit nicht erhöht. Gerade für ungeübte Radfahrer ist das stressig und eher gefährlich.
Also: Öffnen der Einbahn für die, die durch diese Gasse wollen (Anrainer, Zielverkehr) gerne. Eventuell könnte man sogar eine Wohnstraße einrichten, da der Durchzugsverkehr ja die Parallelstraßen nutzen kann. Aber bitte nicht gezielt Radverkehr in solche eher verwinkelte Bereiche hineinlocken und zu zusätzlichen Verschwenkungen zwingen. Auch wenn damit vermeintlich ein Sicherheitsbedürfnis befriedigt wird. Ein besonders abschreckendes Beispiel ist hier der Fahrradstreifen auf der Döblinger Hauptstraße im Bereich der Schnellbahnbrücke/Nußwaldgasse. Streng regelkonform fahrend müßte man stadtauswärts zweimal die Fahrbahn zusätzlich queren um etwa 50m linksseitigen Radstreifen über die Brücke zu "genießen". Wem die Fahrt auf  der Straße hier nicht gefiel, der konnte auch zuvor schon schiebend auf dem Gehweg problemlos bis zur Ampel gelangen.

Hallo Herr Meier,

ich würde ehere Herrn Felczak zustimmen und gehe davon aus, daß Sie ein vergleichsweise erfahrener Radfahrer sind, da sie sowohl auf der Billrothstraße, als auch auf der Döblinger Hauptstraße selbstbewußt fahren können und offensichtlich weder mit der Straßenbahn (die insbesondere in der Döblinger Hauptstraße zum Teil den gesamten Fahrstreifen beansprucht), noch mit den schwerigen Kreuzungen Billrothstaße/Silberstraße, Billrothstraße/Krottenbachstraße und Billrotstraße/Peter Jordan Straße Berührungsängste haben. Daß Sie sich auf den beiden Straßen selbstbewußt bewegen will finde ich sehr lobenswert, möchte Sie aber darauf hinweisen, daß es durchaus mehrere Radfahrer gibt, denen sowohl das Radfahren auf Straßen mit Straßenbahnanlagen, als auch das Fahren auf befahrenen Straßen ungeeignet erscheint und für welche die alternative Route eine wesentliche Erleichterung darstellt. Wenn diese alternative Route eingerichtet wäre, würde jeder Radfahrer frei entscheiden können, oder er lieber die Billrotstraße bzw. die Döblinger Hauptstraße zum Radfahren verwenden möchte, oder ob er doch die vorgeschlagene Ausweichsroute verwendet.

Zum Thema Radfahren auf Straßen mit Straßenbahn möchte ich folgenden interessanten Bericht erwähnen, da ähnliche Fragen öfters auftreten und der Bericht sicher dem einen oder anderen Radfahrer behilflich sein kann

http://lobby.ig-fahrrad.org/strassenbahnschiene/

Auch möchte ich auf dem Hauptpunkt dieses Beitrages hinweisen: die Einrichtung eines Radverkehrs gegen die Einbahn in den beiden Straßen ist problemlos möglich, wird aber trotzdem aus nicht nachvollziehbaren Gründen vom Bezirksvorsteher der 19. Bezirks blockiert. Meiner Meinung nach ist die Einstellung des Bezirksvorstehers ein ernsthaftes Problem für alle Radfahrer im 19. Bezirk, die somit rechnen müssen, daß der Bezirk für die Lösung der Anliegen der Radfahrer nicht offen ist und daß im Zweifelsfall Radfahrer im 19. Bezirk in der Verkehrsplanung benachteiligt werden. In diesem Zusammenhang ist es, denke ich, sinnvoll, wenn die Radfahrer, die im 19. Bezirk wohnen oder mit dem Rad im 19. Bezirk unterwegs sind, den Bezirksvorsteher durch e-Mails darauf aufmerksam machen, daß es im 19. Bezirk durchaus Radfahrer gibt; daß es nicht auf Dauer möglich ist, die Anliegen der Radfahrer kleinzureden oder zu ignorieren; daß eine Verbesserung der Situation der Radwege durchaus mit geringen Kosten möglich ist und daß die Radfahrer im 19. Bezirk ihre Interessen selbstbewußt vertreten können.

Mit freundlichen Grüßen

MM

- das sagen alle Untersuchungen und viele Radfahrer, mit denen wir gesprochen haben, finden diese Verkehrsorganisation sehr gut. In den allermeisten Fällen werden heute auch keine Streifen markiert sondern nur Verkehrszeichen und ggf. ein paar Fahrradpiktogramme/Pfeile angebracht. Somit fühlt sich niemand im Recht und die Interaktion Auto/Radfahrer funktioniert sehr gut.
In den Hauptstraßen wird schell gefahren und es ist viel mehr Verkehr. Da sind viele Radfahrer abgeschreckt und bevorzugen die ruhigeren Seitengassen und dort sollte es die Möglichkeit geben am kürzesten Weg durchzukommen.
@mm - danke für die Aufforderung sich für den Radverkehr einzusetzen.
Am 21. April veranstalten wir ein Radler-Treffen um genau über diese Themen zu sprechen und ich würde mich freuen, euch beide dort  zu begrüßen: http://www.argus.or.at/aktuell/termine/10/apr/bezirksgruppe-doebling-einladung-treffen

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