You are hereRadreise Masuren (Polen) 14. – 23.8.2009
Radreise Masuren (Polen) 14. – 23.8.2009
Text: Helmut Eichler, Fotos: Andrzej Felczak
10 wunderschöne Tage einer Reise, die alles geboten hat, was das Herz begehrt, liegen hinter uns. Es gab herrliches Wetter, schöne Natur- und Kulturerlebnisse, unvergessliche Schiffsfahrten, großteils nette Unterkünfte und nicht zuletzt ein wirklich harmonisches Klima mit fröhlicher Stimmung. Grund genug, diese großartige Reise noch einmal Revue passieren zu lassen.
1.Tag: 14.8.: Zeitig am Morgen trafen 27 TeilnehmerInnen in der Wagramerstraße ein, um eine 12-stündige Busfahrt nach Warschau anzutreten. Kaum in der polnischen Hauptstadt angekommen erwartete uns schon eine Führerin, die uns in zwei Stunden die wichtigsten Schönheiten der nach dem Krieg wieder aufgebauten Altstadt zeigte. Ein gemeinsames Abendessen in einem Innenstadtlokal beendete diesen sehr langen Tag.
2.Tag: 15.8.: Um 8 Uhr ging es mit dem Bus weiter nach Mikolajki (Nikolaiken), im Herzen des masurischen Seengebiets am Ufer des Spirdingsees (größter See Polens) gelegen.

Dort startete die 1.Radetappe, die uns zunächst durch ein sehr schönes Naturschutzgebiet führte, dann – zur Erleichterung mancher, die nicht so gerne Sandwege fahren – auf der Straße, die uns an Wäldern, kleinen Ortschaften und schönen Seen vorbei führte. Um 16 Uhr trafen wir schließlich in Gizycko (Lötzen) ein, wo wir ein komfortables Hotel in Nähe des Niegocinsees bezogen. Das warme Wetter ließ einige von uns auch den Sprung ins kühle Nass versuchen. Ein sehr gutes, an einer schön geschmückten langen Tafel hergerichtetes Abendessen beschloss diesen abwechslungsreichen Tag.
3.Tag: 16.8.: Diesmal erwartete uns ein „militärischer“ Tag: mit dem Rad fuhren wir zu der 2 km entfernten Festung Boyen, die im 19. Jahrhundert errichtet wurde, aber auch in den beiden Weltkriegen eine wichtige Rolle gespielt hat. Nach einer interessanten Führung durch das weitläufige Areal starteten wir um ca. 10.30 zur nächsten Radetappe. Nach einem kurzen Stopp an der berühmten Drehbrücke von Gizycko ging es auf Straßen und Wegen entlang von Feldern, Waldabschnitten, Storchennestern und natürlich wieder schöner Seen.
Am Darginsee gab es einen halbstündigen Stopp mit der Möglichkeit, ein kurzes Bad zu nehmen. Die mit rund 55 Kilometern längste und auch recht hügelige Etappe führte uns kurz vor dem Ziel in Ketrzyn (Rastenburg) auch an der berühmten „Wolfsschanze“ vorbei. Eine zweistündige Führung durch diese wahnwitzige Anlage, von der nur mehr die Trümmer stehen, führte allen sehr eindringlich den Wahnsinn des „Dritten Reichs“ und des 2. Weltkriegs vor Augen.
4.Tag: 17.8.: Bei wolkenlosem Wetter ging es mit dem Rad weiter nach Reszel (Rösel), wo wir vom Turm der Pfarrkirche einen großartigen Blick auf Stadt, Burg und die Landschaft der Umgebung genießen konnten. Anschließend bestiegen wir auch noch den Turm der imposanten Bischofsburg, ehe wir zur nur wenigen Kilometern entfernten Wallfahrtsbasilika Heiligelinde weiter radelten. Leider war die Vorderfront gerade eingerüstet, dennoch beeindruckte uns vor allem das Innere der Kirche sehr. Im Rahmen unserer Führung konnten wir auch ein kleines Konzert auf der außergewöhnlichen Orgel erleben, bei der mehrere Figuren beim Spiel des Instruments in Bewegung versetzt werden und dabei auch zusätzliche Rhythmusinstrumente wie Becken u.a. spielen. Um 16.30 erreichten wir schließlich Mragowo, wo wir ein feudales Hotel direkt am See hatten. Ein stimmungsvoller Grillabend im phantastischen Garten des Hotels beendete diesen schönen Tag.
5.Tag: 18.8.: Am Vormittag fuhren wir mit dem Rad nach Sorkwity (Sorkwitten) weiter, wo wir gerade rechtzeitig ankamen, ehe ein Regenguss herunterprasselte (übrigens der einzige in dieser auch wettermäßig so schönen Woche).

Nach Verladung der Räder fuhren wir mit dem Bus zunächst nach Olsztyn (Allenstein), wo wir – bei nun wieder schönem Wetter – eine kurze Stadtführung hatten, und schließlich weiter in unseren nächsten Quartierort Morag.
6.Tag: 19.8.: Ein außergewöhnlicher Tag! Kaiserwetter ließ schon in der Früh beste Stimmung aufkommen, die durch eine 25 km lange Radfahrt durch die schöne Hügellandschaft des Ermlandes anhielt.
Zu Mittag trafen wir am Oberlandkanal ein. Nach einer Stärkung und einer interessanten Führung durch ein kleines Museum, das die technischen Besonderheiten des Kanals eindrucksvoll demonstrierte, bestiegen wir das Schiff und erlebten eine fünfstündige Fahrt, die wohl niemand vergessen wird, der sie erlebt hat. Über fünf Schienenschleusen und eine tolle Wald- und Felderlandschaft führt dieser berühmte Kanal in ein unglaublich schönes Naturschutzgebiet, wo zahllose Möwen, Kormorane und weitere Vögel aller Art aus nächster Nähe zu erleben waren und die Weite des mit Schilf bewachsenen Sees uns alle überwältigte. In Elblag (Elbing) ging um 18 Uhr diese phantastische Fahrt zu Ende. Mit Kleinbussen wurden wir abgeholt und zum Hotel gebracht – dem einzigen, wo wir zwei Nächte verbrachten.
7.Tag: 20.8.: Wieder ein Traumtag! Eine Fahrt nach Malbork zur weltberühmten und seit 1998 auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten stehenden Marienburg stand auf dem Programm.

Karol hatte nach den Erfahrungen des Vorjahres (viele schlechte Kopfsteinpflasterstraßen!) eine neue Route ausgetüftelt, die sich als Volltreffer erwies. Auf großteils guten und sehr verkehrsarmen Straßen ging es bei neuerlich wolkenlosem Himmel durch die weite Landschaft der Weichselniederung. Da es ziemlich flott dahinging, konnten wir trotz einer längeren Pannenpause rechtzeitig nach Malbork kommen, wo wir eine mehr als zweistündige Führung durch die riesige und äußerst eindrucksvolle Burganlage erleben durften. Mit dem Bus ging es anschließend nach Elblag zurück.
8.Tag: 21.8.: Der dritte wolkenlose und diesmal auch ziemlich heiße Tag hintereinander. Entlang des Frischen Haffs radelten wir an den Elbinger Höhen entlang. Nach kurzen Halten an einem schönen Sandstrand sowie bei der Kirche von Tolkmicko erreichten wir den Landschaftspark Elbinger Höhen, in der die Wegbeschaffenheit sehr urtümlich wurde.
Wir kämpften uns mühsam durch den sandigen Untergrund, was einigen Teilnehmern so manchen Fluch entlockte. Schließlich schafften wir auch diese letzte Hürde souverän. Die letzten Kilometer radelten wir gemütlich auf der Straße nach Frombork (Frauenburg). Hier endete die Radfahrt, die so ziemlich alles an Straßen- und Wegbeschaffenheiten zu bieten hatte, was nur möglich ist: guter Asphalt (selten!), schlechter Asphalt mit vielen Schlaglöchern (häufig!), Sand- und Schotterwege, Dünenlandschaft u.s.w.
Am Nachmittag hatten wir eine sehr informative Führung durch die riesige Kathedrale, in der wir auch wieder ein Konzert auf der klanglich imposanten Orgel erleben durften. Anschließend ging es in den Kopernikusturm, in dem sich ein gewaltiges Foucaultsches Pendel befindet. Von der Aussichtsplattform genossen wir das grandiose Panorama der Umgebung.
9.Tag: 22.8.: Da das Schiff von Frombork hinüber auf die andere Seite des Frischen Haffs erst um 11 Uhr ging, konnten wir diesmal länger schlafen und den Vormittag erholsam verbringen. Bei bedecktem Himmel fuhren wir dann eineinhalb Stunden lang über das Haff nach Krynica Morska, wo uns nach einer kurzen Stärkung der Bus erwartete, der uns nach Danzig brachte.
Nach dem Bezug der Zimmer im großen Hotel Scandic erwartete uns schon eine Führerin, die uns den Nachmittag über bei nun wieder strahlendem Wetter die grandiose Rechtstadt von Danzig zeigte. Ein weiteres Highlight dieser Reise! Das letzte gemeinsame Abendessen fand in einem sehr stimmungsvollen Lokal der Uferpromenade – unweit des Krantors – statt. Am Heimweg ins Hotel konnten wir noch die lebendige nächtliche Stimmung der Stadt genießen.
10.Tag: 23.8.: Der Tag der – langen! – Heimfahrt war gekommen und so mancher wäre noch gerne länger in Danzig, dieser schönen Stadt, geblieben. So aber stand uns eine 15-stündige Busfahrt über 900 Kilometer bevor wir Wien um 23 Uhr erreichten.
Eine eindrucksvolle und an Erlebnissen reiche Reise war zu Ende gegangen. Man kann sie nur jedem empfehlen! Alle, die sie noch nicht gemacht haben, sollten sie jetzt schon für das nächste Jahr einplanen.
ARGUS: Die Palette des Veranstalters Elite reicht von kostenlosen, einige Stunden dauernden Radfahrten (AWUs) über Tageausflüge bis zu mehrtägigen Radurlauben im In- und Ausland. Dem Teilnehmer steht die Wahl zwischen einer anspruchsvollen roten und einer genußvollen blauen Variante offen. Ein Begleitbus befördert die Fahrräder und das Gepäck und steht auch bei unvorgesehenen Ereignissen zur Verfügung. Bei Elite wird besonderer Wert auf das persönliche Service gelegt und viele der Teilnehmer sind mittlerweile Stammkunden geworden.
Mehr Info über das Angebot finden Sie auf der Homepage von Elite Rad Tours.
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