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Neue Radfahrerzählung in der Floridusgasse


By Andrzej Felczak - Posted on 08 August 2009

Floridusgasse - es fahren alle Radfahrergruppen gegen die EinbahnIm Juli 2006 führte die ARGUS in der Floridusgasse, Kreuzung Theodor-Körner-Gasse, an zwei nacheinander liegenden Werktagen eine Verkehrszählung durch. Damals war ein Radverkehrsanteil von beeindruckenden 26% (1382 Autos und 486 Radfahrer) das Ergebnis. Im Durchschnitt fuhren somit täglich 243 Radfahrer durch die Floridusgasse und das obwohl es keine Radverkehrsanlage (aber Radfahren gegen die Einbahn) gibt.
 
Auch Senioren fühlen sich beim Radfahren in der Floridusgasse wohlHeuer fand erneut eine Verkehrszählung vom 26.-28. Mai statt. Die Zahl der Radfahrer ist ziemlich gleich geblieben, am 26. Mai, einem  sonnigen Dienstag, wurden 258 Pedalritter gezählt. Am Tag darauf gab es kurze Regenschauer, die Gesamtanzahl der Radfahrer erreichte trotzdem 75% des Spitzenwert vom Vortag.
   
Das Radfahren gegen die Einbahn ist laut wissenschaftliche Untersuchungen sogar sicherer als das Fahren in die EinbahnrichtungIm Jahr 2009 ergab sich jedoch beim Autoverkehr ein um 76% höherer Wert als 2006. Eine Erklärung dafür ist sicher, dass 2006 während der Sommerferien gemessen wurde und die Floridusgasse eine wichtige Zufahrtsroute zu den Schulen in der Franklinstraße ist. Ein zweiter Faktor ist die Einbahnführung in der Scheffelstraße, welche die Routenwahl der Autofahrer beeinflusst hat.
 
Die Floridusgasse ist eine inoffizielle, lokale HauptradrouteNichtsdestotrotz betrug der Radverkehrsanteil im Mai 2009 immerhin 16%. Als Vergleich kann der Radweg Langobardenstraße mit etwa dem doppelten (Rad)-Verkehrsaufkommen (etwa 500 Radfahrer pro Werktag im Mai) herangezogen werden. Somit ist ersichtlich, dass die Floridusgasse eine sehr wichtige lokale Hauptradroute darstellt.
 
Auch jugendliche nützen gerne das Radfahren gegen die EinbahnEtwa ein Drittel der Radfahrer fuhren gegen die Einbahn.  Bemerkenswert ist auch die äußerst geringe Anzahl von, im Durchschnitt 5 Radfahrern pro Tag (Kinder ausgenommen), die am Gehsteig gefahren sind. Das entspricht nur 2% aller Radfahrer und bestätigt die Aussage von DI Dr. Michael Meschik, Assistenzprofessor am Institut für Verkehrswesen, BOKU Wien "Wo Radfahren gegen die Einbahnrichtung verboten ist, benutzen 60 % der Radfahrer, die gegen die Einbahnrichtung fahren, den Gehweg. Sobald Radfahren gegen die Einbahnrichtung legalisiert wird, sind es nur noch 23 %. Damit nehmen auch Unfälle zwischen Radfahrern und Fußgängern ab."
 
Unten ist ein sehr interessanter Ablauf festgehalten worden, wo zwei unmittelbar nacheinander folgende Begegnungen Auto - gegen die Einbahn fahrender Radfahrer stattgefunden haben. Bei der ersten Begegnung nützt der Autofahrer eine Parklücke. Im zweiten Fall ragt auf der Seite des Autofahrers ein LKW über den Parkstreifen hinaus, hier weicht der Radfahrer aus. Das zeigt sehr eindrucksvoll, wie Verkehrsteilnehmer miteinander interagieren können, wenn der Blickkontakt vorhanden und die Geschwindigkeit niedrig genug ist.
 
 
 
 
 
 
Unten eine zweite, sehr interessante Situation, wo zwei Jugendliche gegen die Einbahn fahren und einem PKW gleichzeitig auf beiden Seiten begegnen. Von einer Nachahmung wird dringend abgeraten, die Sicherheitsabstände sind zu gering. Das Beispiel zeigt aber, wie gut das Radfahren gegen die Einbahn, trotz Fehlern von manchen Verkehrsteilnehmern, funktioniert.


 
Alle Fotos in diesem Beitrag wurden am Freitag, den 7. August 2009 zwischen 15:08 und 15:40, das heißt innerhalb einer knappen halbe Stunde, geschossen. Es sind in dieser kurzen Zeit sehr viele unterschiedliche Situationen  aufgetreten, und es ist anzunehmen, dass das keine Ausnahme war. Dass es keine bekannte Unfälle gibt, zeigt wie gut Autofahrer und Radfahrer interagieren können wenn die Geschwindigkeit gering, die Sichtverhältnisse gut und die Verkehrsordnung für alle Teilnehmer nachvollziehbar ist.
Während der Messung fuhren auch zwei PKWs und vier Motorräder illegal gegen die Einbahn.
 

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